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Stuttgart21: Ausnahmegenehmigung für Flughafentunnel erteilt

23.06.10 (Allgemein) Autor:Test Kunde

S-Bahn StuttgartVerkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat der DB am Freitag für den Stuttgarter Flughafentunnel eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Im Rahmen von Stuttgart 21 darf die Strecke zwischen Flughafen und Leinfelden dann nicht nur von S-Bahnen, sondern auch von „Reisezügen“ (Zitat der DB) benutzt werden. Gemeint sind hiermit die anderen Fahrzeuge des Nah- und Fernverkehrs.

Durch den im Vergleich zu Neubauten verringerten Gleisabstand von 3,80m und den geringeren Regellichtraum in den beiden Tunneln der Strecke war die Beantragung dieser bis 2035 gültigen Genehmigung erforderlich geworden. Auf der Strecke dürfen keine Fahrzeuge verkehren, deren Türen sich nach außen öffnen und ebenso darf die Neigetechnik nicht vorhanden sein. Dieses sieht der VCD als unnötiges Problem, was dafür sorge, dass „aus einem europäischen Projekt eine schwäbische Provinzposse“ würde. Dort ist man weiterhin der Ansicht, dass durch das Projekt Stuttgart 21 „Schienenverkehr zu Gunsten eines innerstädtischen Immobilienprojektes geopfert” würde. Die DB plant für die Zeit bis 2035 eine Beseitigung der genannten Mängel.

Bild: Deutsche Bahn AG

6 Responses

  1. Spätestens jetzt wird deutlich, dass der Nahverkehr durch Stuttgart 21 nicht nur besser sondern auch schlechter wird. Im S-Bahnhof Flughafen sollen – auf jeweils nur einer Schiene pro Richtung! – zusätzliche Regionalzüge und Fernverkehrszüge halten und das bei drei verschiedenen Einstiegshöhen. Wie soll das gehen? Dürfen Doppelstockzüge überhaupt fahren, die jetzt auf der Gäubahn ab Stuttgart unterwegs sind?


  2. Clemens Kistinger
    23.06.10 um 10:33

    Genau diese Dinge sehe ich dort auch als Gefahr und frage mich, ob es da nicht irgendwann noch mächtig Ärger geben wird – und sei es eben erst nach der Fertigstellung. Stoppbar ist da nun ja leider nix mehr und in der Vergangenheit haben dort zuviele geschlafen…


  3. Stefan Hennigfeld
    23.06.10 um 13:25

    Oh doch, da wäre noch eine Menge zu stoppen. Sofortiger Baustop, was spräche dagegen? Besser eine späte Einsicht als keine Einsicht!

    Ein Punkt wird mir mit der ganzen Debatte um Stuttgart 21 aber immer vergessen, ich möchte nochmal darauf aufmerksam machen: Aufgrund mangelnder Abstellflächen im Loch wird die Bahn doch den einen oder anderen zusätzlichen Fernzug „außerhalb“ übernachten lassen müssen. Da könnte das Tübingen-Syndrom wieder interessant werden: Die Bahn schickt zur Tagesrandlage einen Fernzug in ein benachbartes Mittelzentrum, der am nächsten Morgen schon vor dem ersten Hahnenschrei wieder losfährt, und prompt wird ein gewöhnlicher Regionalbahnhof zum Fernverkehrshalt und die Stationspreise, die auch von Nahverkehrszügen bezahlt werden müssen, vervielfachen sich. Im Fall von Tübingen sind das rund 400.000 Euro, mit denen der Aufgabenträger zusätzlich belastet wird.


  4. Reinhard Abendschein
    23.06.10 um 17:51

    Hier ein Zitat aus den Stuttgarter Nachrichten vom 23.06.2010:
    „Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Hängepartie am Montag beendet, aber Auflagen verfügt. Er ist dabei Kompromisse eingegangen. So müssen die Rettungswege entlang der Tunnelwände zwar auf einen Meter verbreitert werden. Die Wagenkästen der Fernzüge ragen nach Informationen unserer Zeitung allerdings etwa zehn Zentimeter in diese Fluchtwege hinein.“
    Was ist das denn für ein Umgang mit allgemein gültighen Vorschriften? Viel Vergnügen all denen, die einen voll besetzten ICE dessen Triebkopf in Brand geraten ist in einem Tunnel verlassen müssen. Das gilt bereits wenn der Fluchtweg nicht verengt ist.
    Im selben Artikel wird übrigens am Schluss gesagt, dass die Ausnahmegenehmigung bis 2035 begrenzt ist und dann „die Zweckmäßigkeit der zugelassenen Lösung “ überprüft werden soll. Vielleich wäre man gut beraten, dies zuvor zu tun und auf die Sicherheitsexperrten des eba zu vertrauen, die etwas von ihrem Geschäft verstehen und unabhängig sind.
    Sind wir inzwischen eigentlich eine „Bahn“anenrepublik? Etwas mehr Rückgrat, Herr Minister Ramsauer?


  5. Clemens Kistinger
    23.06.10 um 18:13

    Laut Aussage der DB in der Pressemitteilung dazu (die sehr knapp gehalten ist), habe die Sicherheit höchste Priorität und werde eingehalten…


  6. Stefan Hennigfeld
    23.06.10 um 19:16

    Sicherheit hat bei der DB immer absoluten Vorrang. Das sieht man ja z.B. bei den ICE-Achsen oder der S-Bahn Berlin.

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