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Haller Willem zieht immer mehr Fahrgäste an

04.06.10 (Allgemein) Autor:Sven Steinke

Die Erfolgsgeschichte des Haller Willem auf der Strecke Bielefeld – Halle (Westf.) – Osnabrück scheint nicht abzureißen. Ende der 90er wurden die ersten Weichen für den Erfolg gestellt. Ein Konzept mit dem Namen „BahnStationZukunft OstWestfalenBahn“ wurde für den Südabschnitt von Dissen nach Bielefeld erstellt und als dezentrales Projekt zur Expo 2000 angemeldet. Der VVOWL übernahm die Trägerschaft zur Umsetzung. Im Rahmen dieses Projektes wurde die Strecke saniert und mit dem innovativen Funkfahrbetrieb ausgestattet, der nie zum Einsatz kam. Die Kommunen entlang der Strecke wirkten auch zum Erfolg mit bei, indem sie die Bahnhofsumfelder sanierten und neue Siedlungsfläche in Bahnhofsnähe auswiesen.

Bevor die NordWestBahn nach einer Preisanfrage seitens des VVOWL den Betrieb mit mordenen VT 643 übernahm, konnte die DB Regionalbahn Westfalen schon erste Erfolge verzeichnen. Nachdem der niedersächische Aufgabenträger LNVG die Reaktivierung von Strecken untersucht hat, war der Haller Willem das einzige Projekt im ganzen Verantwortungsgebiet, welches die LNVG für sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar hielt. 1999 pachtete die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück den niedersächischen Abschnitt Dissen – Osnabrück-Hörne für dreißig Jahre. Nachdem die LNVG im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Untersuchung 3.600 Fahrgäste pro Tag prognostizierte, modernisierte und sanierte die VLO den kompletten Streckenabschnitt. Seit dem 12. Juni 2005 verkehrt die RB 75 im Stundentakt zwischen Bielefeld und Osnabrück mit Verdichtungen zwischen Bielefeld und Halle.

Wenige Jahre nach der Reaktivierung war von einer Verdoppelung der Fahrgastzahlen auf dem nordrhein-westfälischen Abschnitt die Rede. Vor zwei Jahren wurden 3.905 Fahrgäste am Tag gezählt, mittlerweile steht man kurz vor der 6.000er-Marke. Auf dem niedersächischen Teil sind aktuell 2.390 Fahrgäste pro Tag unterwegs, vor zwei Jahren waren es noch 2.000. Die Initiative Haller Willem sieht weiteres Potential in der Einführung eines durchgehenden Halbstundentaktes bis nach Osnabrück und der Einrichtung eines neuen Haltepunktes am Osnabrücker Rosenplatz. Die LNVG steht dem aber eher pesimistisch entgegen. Für einen Halbstundentakt fordert sie laut Nahverkehrsplan mindestens 3.000 Fahrgäste täglich.

Die Erfolgsfaktoren einmal aufgelistet:

Bielefeld – Dissen-Bad Rothenfelde:

  • Erneuerung der Gleisinfrastruktur
  • Anpassung der Bahnübergänge
  • Modernisierung und Neueinrichtung von Bahnsteigen
  • moderne, saubere und qualitativ hochwertige Nahverkehrsfahrzeuge
  • sehr hohe Pünktlichkeit
  • freundliches Personal
  • Modernisierung und Belebung von Empfangsgebäuden
  • Verknüpfungsmöglichkeiten: Bus, Auto, Fahrrad, zu Fuß
  • Züge fahren im Stundentakt
  • Verstärkerleistungen zu Stoßzeiten im Halbstundentakt (Bielefeld – Halle)
  • Nachhaltiger Siedlungsbau im Einzugsbereich neuer und verlegter Stationen, zum Teil auf ehemals industriell genutzten Flächen
  • Einbindung der Freizeitinfrastruktur

Dissen-Bad Rothenfelde – Osnabrück

  • Durchgehender Verkehr zwischen Bielefeld und Osnabrück
  • 23 Kilometer sanierte Gleisinfrastruktur
  • Neubau von fünf hochwertig ausgestatteten Bahnstationen

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